Analyse und Troubleshooting

Aus Freifunk Halle
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Internet kaputt

Woran liegt's, wenn es im Freifunk hängt ?

Alle Freifunker betreiben ein über ganz Halle verteiltes Netz von Funkstationen (meist jeweils ein handelsüblicher WLAN-Router). Einige dieser Stationen haben eine DSL-Verbindung in das richtige Internet und werden Gateway, Uplink oder Higher Network Access, kurz HNA, genannt. Wenn alles klappt, hüpfen die Daten vom eigenen Rechner über einen oder mehrere dieser Stationen und Knotenpunkte bis sie bei einem DSL Anschluss ins richtige Internet geleitet werden. Solange alles funktioniert, merkt man kaum einen Unterschied zu einem eigenen DSL.

Wenn es aussetzt, unstabil ist, plötzlich offline ist oder einfach irgendwie hakt, gibt diese Anleitung eine kurze Übersicht, wie man (1) möglichen Fehlerquellen und Ursachen auf den Grund gehen kann und (2) entscheiden kann, ob der Fehler hard- oder softwaretechnischer Natur ist. Ob das Problem an der eigenen Anlage ist oder an einer entfernten. Ob der Nachbar angesprochen werden muss oder ob es ein Problem fürs Treffen oder fürs Forum ist. Häufig lösen sich Probleme mit Geduld leichter.

Im Text wird jetzt der Beispiel Knoten 50.50 mit der Adresse http://104.62.50.50/ verwendet. In der Regel muss diese Adresse an den eigenen Standort angepasst werden. Das Firmware Handbuch kann hilfreich sein.

Gibt es überhaupt eine Verbindung zur nächstgelegenen Freifunk Station?

Dieser Punkt betrifft die Kabel- oder Funkverbindung vom Laptop oder PC zum nächstgelegenen Freifunk Zugangsknoten. Hat der eigene Rechner von dort erfolgreich eine Adresse bekommen? Wenn ja, sieht man im eigenen Browser die Startseite des Routers (in unserem Beispiel http://104.62.50.50/) und der Netzwerkmanager des eigenen Betriebssystems zeigt eine "von DHCP zugewiesene" IP-Adresse. Wenn nein, ist entweder das LAN-Kabel oder ein Switch nicht okay. Stellt sicher, dass ihr das Kabel in eines der vier nahe beieinander gelegenen Netzwerkbuchsen gesteckt habt, nicht in die WAN-Buchse. Oder die Funkverbindung zur Station ist zu schlecht. Zudem kann der Zugang per WLAN vom Betreiber der Station eingeschränkt sein.

Gibt es von der mir am nächsten Station aus ein erreichbares DSL Gateway?

Ist die Verbindung zur Station okay, gilt es nun nach dem Empfang von Nachbarknoten zu schauen. Die einzelnen Router geben hierzu bereitwillig Auskunft. Wieder im Browser auf den Knoten http://104.62.50.50/ wechseln und die Seiten "Status", "Nodes", "Routen", "Routing", "OLSR" und "Statistik" inspizieren.

  1. "Status" zeigt die grundlegende Konfiguration der Station. Ist alles okay? Richtiger Kanal? Nicht zu viel Sendeleistung? Richtige SSID "halle.freifunk.net" und BSSID "02:CA:FF:EE:BA:BE"? Korrekte, nur einmal vergebene IP-Adresse?
  2. "Nodes" zeigt die IP-Adressen von und Verbindungsqualitäten zu Nachbarn. Wenn dort IP-Adressen aufgelistet sind, gibt es Nachbarknoten, nämlich genau diese. Es kann sein, dass man Nachbarknoten empfängt, diese aber auch keine fürs Surfen wichtige Default-Route zum Internet kennen, eventuell weil es keinen Uplink gibt.
  3. "Routen" zeigt welche Knoten über welche anderen Knoten erreichbar sind. Sind diese Tabellen sehr leer oder tauchen Adressen doppelt auf dann is' schlecht.
  4. "Routing" zeigt den Weg der Datenanfragen vom eigenen Rechner aus Richtung Internet. Knoten im Freifunknetz sind rot dargestellt und Server im Internet blau.
  5. "OLSR" zeigt umfassend den Status des Routingprotokolls.
  6. "Statistik" zeigt wie die Verbindungen zu Nachbarn und Uplinks in der letzten Zeit waren.

Auch nicht? Wo hat das Netz gerade ein Loch?

Dazu gibt es drei Möglichkeiten, die im Freifunk Netz aktiven Knoten und Ihre Verbindungen untereinander zu erforschen:

  1. Auf der Stadtkarte sind alle dem Netz bekannten Knoten registriert und rechts unter "Gehe zu:" zu erreichen. Angezeigt werden diejenigen, bei denen in der Firmware unter "Verwalten" -> "Kontakt" eine GPS Position angegeben ist. Wenn die Markierungen grün sind, haben sie Kontakt zum restlichen Netz. Gelbe Markierungen sind momentan abgeschnitten. Die Intensität der roten Linien spiegelt die Qualität wider. Die blauen VPN Verbindungen zeigen Verbindungen von Knoten übers Internet.
  2. In der Netztopologie sieht man die Vermaschung aller aktuell im Freifunk Netz aktiven Knoten als Graphen. Die Verbindungen zwischen den Knoten sind als Linien dargestellt. Je kürzer, dicker und dunkler diese sind, desto besser ist die Verbindungsqualität zwischen den Knoten. Normale Knoten sind gelb, solche mit einem DSL grün angezeigt. In der oberen Zeile steht der Router-Hostname (Spitzname für den Knoten) und in der unteren Zeile der Standort. Neben jeder Verbindung steht der ETX Wert, der die Qualität angibt. Je kleiner die Zahl, desto besser. Verbindungen mit ETX > 10 werden auf der Netztopologie ausgeblendet, um die Übersicht zu erhalten. Ebenso werden die Linien möglichst kreuzungsfrei gezeichnet. Die blau gestrichelten Verbindungen repräsentieren VPN-Tunnel und man kann diese Grafik jede Minute neu laden. Für eine Diagnose muss man den "eigenen" Freifunk Knoten und den nächstgelegenen Grünen finden. Gibt es eine Verbindung über möglichst wenige und möglichst gute Linien?
  3. Es gibt die Möglichkeit, den eigenen Access Point zu fragen, wie das Freifunk Netz aktuell aus "seiner Sicht" verbunden ist, sollte kein Uplink ins Internet bestehen. "Routen", "Routing" und "Nodes" sowie "OLSR" (siehe oben) auf dem Webinterface des eigenen Knotens http://104.61.50.50/ zeigen diese Informationen. Mit dem Tool OLSR-Viz, falls vorher installiert, kann man unter "OLSR-Viz" den aktuellen Zustand des Freifunk Netzes aus Sicht des eigenen Access Point sehen. Die DSL Knoten sind hier rot markiert, und die Verbindungen nach Qualität eingefärbt (grün, orange, grau). Der ETX Wert steht wieder daneben.

Egal mit welcher Darstellungsmethode, wenn die gewohnten Verbindungen über längere Zeit schlechter sind, oder gar ganz verschwunden, ist vielleicht eine Antenne umgefallen, Wasser in der Wetterbox, Kabellage abgerissen, Strom weg, Stecker gekappt, Switch im internen LAN defekt, ein Kabel im Türrahmen zu oft eingeklemmt oder eine andere, störende Funkquelle ist in deiner Nähe. Nach Gewittern, die sich direkt über Halle entladen haben (es blitzt und nur zwei Sekunden später krachts), sind schon einige Buffal-Router und bis jetzt jeder Spannungswandler für PoE kaputt gegangen. Ein Blick in die Rubrik Netzstörungen des Forums zeigt, ob das Problem schon bekannt ist und gibt die Möglichkeit, es zu melden.

Die Sache mit der einen Bandbreite für alle

Auf der Webseite des benutzen DSL Uplink z.B. http://104.62.50.1 kann man unter "Statistik", "Transfer" u.A. die Datenmengen anzeigen, die über das "Lan-Interface" geht: Dahinter verbirgt sich der DSL Verkehr. Viele Internet gebende Router zeigen auch ihr "Accounting".